Stimmen der Anwohner

Was Anwohnerinnen und Anwohner erleben

Diese Seite dokumentiert persönliche Erfahrungen und Einschätzungen von betroffenen Anwohnerinnen und Anwohnern der Seidelbastgasse. Die Aussagen geben die jeweils persönliche Wahrnehmung wieder.

„In meinem ganzen Leben habe ich noch nie erlebt, dass die Politik die Bürger so übergangen hat und dazu noch so dilettantisch vorgegangen wird. Dazu kommt, dass man auch noch angelogen wird. So hat Nevrivy in einem Schreiben an die Anwohner behauptet, es gehe von der Behörde aus — und die Behörde erklärte dann vor Gericht: ‚Das will die Bezirksleitung.'"

Stephan Gruber, betroffener Anwohner

„Neu für mich in diesem Zusammenhang: Auch Behördenvertreter brauchen es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen! Auf die Frage des Richters im Frühjahr 2025, ob alle Bescheide draußen sind, wurde mit Ja geantwortet — obwohl zumindest ein Bescheid nachweislich erst danach zugestellt wurde. Gibt es dafür Konsequenzen?"

Erich Projer, betroffener Anwohner

„Was mich zunehmend beschäftigt, ist nicht nur die Kostenfrage, sondern die grundsätzliche Frage, ob die geplante Umsetzung in der Seidelbastgasse tatsächlich modernen Anforderungen an Barrierefreiheit, Verkehrsplanung und Bürgerbeteiligung entspricht. Besonders nachdenklich macht mich, dass durch die geplante Ausführung offenbar neue Höhenunterschiede bei bestehenden Grundstückszugängen entstehen könnten — gerade für ältere Menschen, Personen mit Rollator, Rollstuhl oder Kinderwagen stellt sich damit die Frage, ob die Situation tatsächlich verbessert wird. Für mich bleibt offen, ob mögliche Alternativen — etwa Verkehrsberuhigung, Wohnstraße oder andere Lösungen — ausreichend untersucht wurden. Es geht hier längst nicht mehr nur um einen einzelnen Gehsteig, sondern um die grundsätzliche Frage, wie Bürgernähe, Verhältnismäßigkeit und moderne Verkehrsplanung in Wien gelebt werden."

L. Kern, betroffene Anwohnerin

„Was mich besonders nachdenklich macht, ist der Widerspruch zwischen den öffentlichen Zielen der Stadt Wien und der konkreten Umsetzung dieses Projekts. Einerseits wird laufend betont, wie wichtig Entsiegelung, Begrünung und der Erhalt großer Bäume für die Lebensqualität sind. Andererseits soll im Zuge dieses Projekts ein großer, gewachsener Baum entfernt werden — obwohl gleichzeitig eine alternative Gehsteigführung auf der gegenüberliegenden Seite diskutiert wird, wo bereits Teile einer sicheren Führung vorhanden sind. Gerade in Zeiten zunehmender Hitzeperioden erscheint es schwer nachvollziehbar, warum bestehende Grünstrukturen entfernt werden sollen, ohne dass mögliche Alternativen transparent dargestellt und nachvollziehbar abgewogen werden."

Anonym, betroffene Anwohner:in

„Was mich persönlich am meisten beschäftigt, ist weniger der konkrete Gehsteig selbst, sondern das Gefühl, dass viele Bürgerinnen und Bürger mit ihren Fragen und Anliegen nicht wirklich gehört werden. Gerade wenn Menschen sachliche Alternativen, Hinweise zu Barrierefreiheit oder Fragen zur Verhältnismäßigkeit einbringen, sollte nachvollziehbar erklärt werden, warum bestimmte Lösungen gewählt oder verworfen wurden. Wenn Bürger den Eindruck gewinnen, dass Entscheidungen bereits feststehen und Beteiligung nur mehr formell erfolgt, leidet langfristig das Vertrauen in Politik und Verwaltung. Ich glaube, dass moderne Stadtplanung nur funktionieren kann, wenn Transparenz, Nachvollziehbarkeit und ehrlicher Dialog ernst genommen werden."

Anonym, betroffene Anwohner:in

„Was mich an der gesamten Diskussion beschäftigt, ist weniger die Existenz der gesetzlichen Grundlage selbst, sondern die Frage, wie solche Entscheidungen im konkreten Einzelfall getroffen werden. Wenn selbst bei erheblichen Kosten, bestehenden Alternativen, Fragen der Barrierefreiheit und widersprüchlichen Auswirkungen auf Sicherheit und Verkehrsführung kaum nachvollziehbar erklärt wird, warum genau diese Lösung gewählt wurde, entsteht bei vielen Bürgerinnen und Bürgern ein ungutes Gefühl. Gerade deshalb wäre Transparenz besonders wichtig: Welche Varianten wurden konkret geprüft? Nach welchen Kriterien wurden Alternativen verworfen? Wie werden Verhältnismäßigkeit, Barrierefreiheit und moderne Planungsziele gegeneinander abgewogen? Ich glaube, viele Menschen würden Entscheidungen leichter akzeptieren, wenn diese nachvollziehbarer erklärt und offener diskutiert würden."

Anonym, betroffene Anwohner:in

„Der geplante Gehsteig wird gegen den ausdrücklichen Willen vieler Anrainer umgesetzt. Über Jahre wurden alternative Vorschläge wie eine Wohnstraße, Begegnungszone oder Verkehrsberuhigung eingebracht — ohne ernsthafte Prüfung. Statt gemeinsam mit den Bewohnern eine sinnvolle Lösung zu entwickeln, wurde eine bereits vorgefertigte Entscheidung umgesetzt. Bürgerbeteiligung darf nicht nur eine Formalität sein, sondern muss echte Mitgestaltung ermöglichen."

Karin Hahnl, betroffene Anwohnerin

„Der neue Gehsteig löst die Verkehrsprobleme nicht, sondern verschärft sie möglicherweise sogar. Durch die Verengung der Fahrbahn entsteht eine gefährliche Situation für Radfahrer, Lieferverkehr und entgegenkommende Fahrzeuge. Wenn Radfahrer keinen sicheren Platz auf der Straße haben, weichen sie oft auf den Gehsteig aus — genau dort, wo eigentlich mehr Sicherheit für Fußgänger geschaffen werden soll. Dadurch entstehen neue Konflikte und Risiken."

Anonym, betroffene Anwohner:in

„Der Bau des Gehsteigs bedeutet den Verlust von Grünflächen, Einfahrten und bestehendem Straßenraum. Gerade in einer ruhigen Wohngegend nahe dem Mühlwasser wünschen sich viele Bewohner eine verkehrsberuhigte Lösung statt zusätzlicher Versiegelung. Mehr Beton und weniger Grün verschlechtern das Ortsbild und reduzieren die Lebensqualität der Anrainer nachhaltig."

Anonym, betroffene Anwohner:in

„Besonders problematisch ist der massive Druck auf die betroffenen Eigentümer. Hohe Geldstrafen bis zu 50.000 Euro drohen, obwohl viele rechtliche und organisatorische Fragen ungeklärt sind. Gleichzeitig wurden Bescheide über viele Monate verteilt zugestellt. Eine faire und transparente Vorgangsweise sieht anders aus. Öffentliche Infrastruktur sollte gemeinsam mit den Bürgern geplant werden — nicht durch Einschüchterung und Zeitdruck."

Anonym, betroffene Anwohner:in

„Der geplante Gehsteigbau in der Seidelbastgasse wirft zahlreiche Fragen auf und stößt auf berechtigte Kritik. Grundsätzlich spricht niemand gegen sichere Wege für Fußgänger — jedoch muss eine Lösung auch zur tatsächlichen Situation vor Ort passen. Die betroffene Straße ist eine ruhige Wohngegend mit geringem Verkehrsaufkommen, nahe dem Naherholungsgebiet Mühlwasser. Viele Bewohner hätten sich daher moderne und nachhaltige Alternativen wie eine Wohnstraße, Begegnungszone oder eine allgemeine Verkehrsberuhigung gewünscht — diese Vorschläge wurden jedoch offenbar kaum berücksichtigt. Stattdessen soll ein klassischer Gehsteig errichtet werden, der nicht nur zusätzlichen Boden versiegelt, sondern auch die Fahrbahn verengt. Dadurch entstehen neue Probleme: Engstellen für Autos, erschwerte Zufahrten für Einsatzfahrzeuge sowie potenzielle Konflikte zwischen Radfahrern und Fußgängern. Wenn zahlreiche Bewohner über Jahre hinweg Einwände und Alternativvorschläge einbringen, sollte dies ernst genommen werden. Infrastrukturprojekte dürfen nicht gegen die Bevölkerung durchgesetzt werden, sondern sollten mit Augenmaß, Transparenz und Rücksicht auf die Lebensqualität der Menschen geplant werden."

Karin Hahnl, betroffene Anwohnerin

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